Ich bin so dankbar dass ich Menschen um mich herum habe die mich auffangen , sicher sie erahnen nur wie es in mir aussieht aber sie spüren auch dass ich nicht mehr rückwärts gehe.
Auch heute habe ich sehr viel geweint , aber es war nicht mehr so doll wie heute , eher leise und erträglicher. Ich war bei einer Freundin aus Kindertagen , sie hat einiges ähnlich erlebt , aber ganz anders verarbeitet. Sie redet darüber und kämpft wütend einen Kampf mit ihrer Mutter. Sobald diese etwas in einem falschen Licht darstellt,töst sie los.
Ich habe sie eben gefragt, sag mal Süsse, wie verarbeitest du . Ein ganz einfacher Satz kam von ihr. „Elke ich rede darüber, ich setz mich damit auseinander“.
Sie erzählte mir einige doch recht schöne Sachen aus meiner Kindheit , wie wir gemeinsam Klimbim geschaut haben oder wie ich manchmal richtig verrückte Fragen gestellt haben. Ich muss ziemlich komisch gewirkt haben meinte sie.
Aber sie erzählte mir ebenso , dass ich mich bei gewissen Themen sofort zurückgezogen habe, als prüde galt und nie was für mich gegeben habe. Verträumt wäre ich gewesen und manchmal kaum ansprechbar.
Sie erzählte mir ebenso von einem Nachbarsjungen der solche Prügel bezogen hat, dass wir ihn bis zu unseren Häusern haben schreien hören.
Sie erzählte von ihren Abenden wo sie wach lag und Angst hatte ihr alkoholkranker Vater kehrte heim , sie lauchte ob er ins Zimmer kam um sie wieder an den Haaren aus dem Bett zu ziehen oder ob der durch ins Schlafzimmer ging und der Erleichterung wenn sie dann endlich einschlafen konnte.
Danach berichtete sie mir von ihren Narben sagte aber auch dass die grössten Narben durch ihre Umwelt verursacht wurden und sie dies auch heute noch manchmal hochkochen lässt.
Sie sagte dass alle die wir uns kannten zur damaligen Zeit so verprügelt wurden. Eine unserer Bekannten wurde mit einem Gürtel geschlagen nur weil er eine schlechte Note ( für die war eine 3 schon schlecht) nach Hause brachte.
Die Leichtigkeit ihrer Erzählungen lässt mich hoffen , dass ich irgendwann auch bereit dazu bin das anzunehmen was war und es zu akzeptieren , als Bestandteil meiner Vergangenheit.



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