Hi, Ma
Ich habe mir in den letzten 2 Tagen oft dein Lied angehört. Du bevorzugst das Lied von Lara Fabian , ich habe bewußt das von Celtic Woman hier hereingestellt. Meine Gedanken sind gerade an diesen Tagen bei dir . Ich glaube du weißt dass ich dich trotz allem liebe,.
Das nächste Jahr wird ein Jahr der Veränderungen werden. Die Gedanken in meinem Kopf beginnen wieder weicher zu werden aber sie sind mit genau so vielen Tränen verbunden. Viele kleine Teile kehren ein und ich überlege wo unsere schönen Zeiten waren. Sie waren da ich weiß es aber sie zu finden ist nicht so einfach. Oft in den letzten Wochen habe ich überlegt wie ich mit dir ins Reine kommen kann, denn die Wut würde mich auffressen . Es ist nicht mein eigenes Ich , ich möchte und will nicht hassen müssen. Mich mit dir zu arrangieren das wird das Ziel sein.
Es war Heilig Abend da saßst du neben mir , dein Talismann der dich auf deinen schweren Weg begleiten sollte hielst du in der Hand. Wir schauten uns lange an, in den letzten Wochen hatte sich ein Verständnis entwickelt. Du wußtest das wir reden mußten , aber wir beide hatten nicht den Mut. Ich denke du wußtest ich hätte es nicht aufarbeiten könen, vielleicht war es eine bewußte Handlung. Immer wieder hatte ich im Vorfeld gegen dich gekämpft und das wolltest du erhalten. Aber es war der falsche Weg. Die Chance auf ein normales Leben hattest du mir damit zum letzten Mal verbaut.
Oh Ma du hast nie begriffen das du mich nicht brechen brauchtest damit ich dich liebe. Du warst für mich alles , trotz allem. Ich denke mit sehr viel Traurigkeit an dich du wolltest doch unbedingt ein Kind. Wie oft hast du mit Tränen von deiner Fehlgeburt erzählt, dass es ein Junge geworden wär. Warum hast du mich nicht einfach als das angenommen was es war , ein Geschenk für dich um glücklich zu werden.
Oft hast du mir in den Jahren danach gesagt dein Leben wäre hart gewesen. Nein es war nicht dein Leben , es war deine harte Schale. Du hast versucht mich hart zu machen , vielleicht ja vielleicht sogar meintest du es in einer gewissen Weise auch gut. Aber der Mensch ist nicht geboren worden um hart zu werden in jedem das abgrundtief böse zu sehen.
Ave Maria
Ich glaube das du hier und da eine gute Mutter sein wolltest aber du konntest nicht aus deiner Haut. Das Leben das du gelebt hattest war voller Traurigkeit , es war hart du fühltest dich unverstanden. Aber du hattest kein Recht einfach nur die Augen zu schließen und alles zu übersehen. Deine Aufgabe wäre das Handeln von Maria gewesen. Irgendwann hast du gefühlt dass ich begann dich für deine Härte zu hassen dafür das du dich nicht vor mir stelltest , die Realitäten von dir geschoben hast. Du hast sie überlagert mit arbeiten.
Immer wieder hatte ich mir geschworen nicht so zu werden wie du aber auch ich habe mich irgendwann in die Arbeit gestürzt und was noch schlimmer war angefangen mich zu flüchten. Man kann jetzt sagen ich hätte keine andere Möglichkeit gehabt, das mag sein , aber oft genug sind die Erinnerungen stückchenweise zurückgekommen und oft genug habe ich die Flucht nach hinten angetreten.
Ich bin dein Weg gegangen und diese Gewissheit macht mir ganz schön zu schaffen. Ich glaube auch dass ich kein Recht habe dich komplett zu verurteilen. Ich kann nicht hier sagen, leben und leben lassen und bei dir vergesse ich diesen Grundsatz einfach. Das finden deiner guten Seiten wird noch viel Zeit in Anspruch nehmen aber ich werde nur glücklich leben können wenn ich meinen Frieden mit dir schaffe.
Im Moment weiß ich nicht viel , ich wünschte mir sogar du wärst da. Wir säßen zusammen am Küchentisch und würden reden. Es ist schon enorm dass wir es dennoch konnten. Du warst mein Fels und ich glaube du wußtest das auch. Indem ich dir grundsätzlich widersprach war mein Geist hell und wach ich habe mich gewehrt nicht nur gegen dich sondern gegen alles was ich nicht fair fand. Nach deinem Tod habe ich genau das verlernt bzw. wollte es nicht mehr. So wie das Meer seine Brandung hat , hatte mein Fels einen. Ich prallte an dir ab und machte den nächsten Anlauf wollte ihn aufbröckeln. Du hast mich unbewußt getrieben in der Hoffnung dass ich eines Tages auch mit mir selber ins Reine komme.
Heute ist der erste Weihnachtstag, eigentlich wollte ich dir gestern schon schreiben , aber da war noch viel zu viel Trauer in mir. Ich hoffe dass dieses Gefühl eines Tages aufhört und dennoch weiß ich es liegt an mir nicht mehr an dir dies zu bewerkstelligen. Sicherlich ich könnte mir vorstellen du sitzt neben mir und ich würde dir eine Nettigkeit nach der anderen sagen und doch das war noch nie mein Ding und wird es auch nicht werden.
Ich möchte mein Herz nicht mit Wut und Hass verseuchen , dies ist ein Teil von mir und wird es immer bleiben. Klar ich habe immer gegen deine Aussagen angekämpft die Menschen sind böse , gemein gehässig eiskalt.
Wie oft habe ich dir widersprochen , wie oft habe ich dir gesagt , dass du es selber schuld bist wenn du jeden von vorneherein verurteilst, wie oft meintest du ich würde es schon noch lernen.
Ja ich habe es gelernt durch dich und dennoch immer wieder dagegen gewehrt.Es wird der Punkt kommen wo ich sage wie konnte sie nur aber dann ist es gut und es wird der Punkt kommen dass ich demjenigen der mich tiefer herabstürzen lässt meine Gefühle äußern werde. Genau wie bei dir kann ich es nicht mehr real aber ich bin mir sicher das ihr es hören werdet und selbst wenn nicht dann hört es meine Seele.
Ich bin in Gedanken bei dir und das nächste Jahr wird das Jahr wo ich mich von dir endgültig verabschieden werde.
Ave Maria

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