a Irgendwann in dieser Zeit müssen meine Urgroßeltern gestorben sein. Mein Opa fütterte mich mit Schokolade und bekam ständig eine auf die Mütze weil er mich dermassen verwöhnte. Ich selber habe an diese Zeit noch keine Erinnerungen. Sie kehren etwas später ein. In der Zeit in der ich in den Kindergarten kam muß ich schon ziemlich schüchtern gewesen sein. Ich kann mich noch an die Kindergärtnerinnen erinnern und dass ich mich dort nicht wohl fühlte. Eines Tages habe ich Spielkarten mitgenommen , ich denke ich war mir nicht bewußt darüber dass es was nicht erlaubtes war.
Daheim fielen sie mir aus meinem Kleid. Dies war der Auftakt. Noch heute erinnere ich mich an die Schläge , sehe mich weinen und betteln dass ich doch nichts böses machen wollte. Von dem Tag an dachte und glaubte ich dass ich von Grund auf böse wäre. Sie sagte , dass sie es mir austreiben würde, ich würde nicht so wie mein Bruder. Ich verstand zu dieser Zeit nicht was sie meinte , denn ich war ja ihr Kind. Sie sprach von Mutter und Vater und mißratenes Kind. Danach ließ sie mich alleine . Mir kam das Alleinsein damals endlos vor und ich sehnte mich nur danach dass sie zurückkehrte. Lieber wieder Schläge aber nicht alleine da sitzen und das Rauschen der Stille zu hören.
Noch heute ist Ruhe für mich manchmal unerträglich vor allem wenn ich alleine bin. Ich meine immer irgendwelche Geräusche hören zu müssen.
Es kamen ähnliche Situationen in denen mir immer wieder klar gemacht wurde , dass ich lästig bin und mich ruhiger zu verhalten habe. Wenn ich Fragen stellte wurden sie mit „Hör auf so blöde Fragen zu stellen“ beantwortet.
Lediglich Pa nahm sich sehr viel Zeit für mich , er nahm mich mit in den Wald Holz sammeln, zeigte mir die Natur. Schon dort fing ich an mich in dieser Art von Stille wohlzufühlen. Oft durfte ich in den Bollerwagen sitzen oder in den Hasenlöschern Pfeffer streuen. Es waren meine glücklichen Tage.
Ma muß irgendwann krank geworden sein und ich kam zu einer Tante und lebte mit meinen Vettern. Ich muß dort ein ganz normales Mädel gewesen sein, dass herumtobte auf den Betten hopste , das Hochbett dabei zerstörte. Auch in den Jahren danach waren die Besuche dort für mich ein Lichtblick, ich war gerne dort.
Ich wollte nicht mehr zurück , sagte zu meiner Tante Mama und muß fürchterlich geschrieen haben. Meine Tante sagte mal ihr hätte das fast das Herz zerbrochen so sehr hätte ich mich an ihr geklamert.
Meine Ma muss ziemlich Ärger bekommen haben, da ich ohne Erlaubnis des Jugendamts dorthin gekommen bin. Daraufhin hat sie das alleinige Sorgerecht beantragt und bekam es nach einiger Zeit auch.
Es muß auch ungefähr die Zeit gewesen sein an denen mir erzählt wurde dass ich nur Pflegekind war. Ich bin in den Folgejahren ziemlich stur gewesen und habe grundsätzlich den Nachnamen meiner Pflegeeltern genannt, selbst auf Androhung hin dass ich Ärger bekommen würde.
Die nächste Situation die mir in Erinnerung zurück kommt muß zur Osterzeit gewesen sein. Ich sollte mit dieser Frau gehen und wollte nicht. Ich hatte einen Roller bekommen und durfte mit diesem vor der Türe auf und ab fahren. Ich wollte nicht aufhören weil es zu schön war. Aber ich mußte.
Die Situation muß für mich ziemlich bedrohlich gewesen sein. Ich wurde ins Dorf gezogen und gezerrt , sah diese komische Küche die auch heute noch ein klammes Gefühl hervorruft. Neben dieser Küche war ein anderer Raum der recht dunkel war. Dort war ein anderer Junge und ich sollte später auch dort Mittagsschlaf halten. Aber ich wollte nicht.
Ich kann mich nicht daran erinnern dass ich danach noch einmal da hin mußte , wenn ja ist dies nicht mehr in meiner Erinnerung.
Bis kurz vor meiner Einschulung sind ausser den Stunden auf den Feldern und Unkraut zupfen , Kartoffelkäfer sammeln , Erdbeeren pflücken und die sonstigen Arbeiten die ich auch in den Jahren danach gemacht habe, keine großen Erinnerungen.
Tagsüber bekam ich Fleichwurst am Stück zu essen und an den Abenden wurde warm gegessen. Zu dieser Zeit bekam ich schon dieses schreckliche süsse Zeug damit ich mehr Appetit hatte.
Abends war es immer ziemlich laut, beide rochen nach Alkohol und ich konnte so ziemlich machen was ich wollte. Es fiel ihnen nicht auf ob ich noch da war oder im Bett.

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