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Posts Tagged ‘Einsamkeit’

Pott und Deckelchen

Hallo mein Schatz.

Ich sitze hier am Schreibtisch. Mein Kopf ist ein Karussell, die Gedanken kreisen nur um dich.

In ein paar Tagen hättest du Geburtstag gehabt. Eigentlich… eigentlich hätten wir längst den Tisch beim Italiener bestellt. Wir hätten uns gefreut, die ganze Bande wiederzusehen. Aber dieses Jahr bleibt dein Platz leer.

Ich sehe dich jeden Tag auf der Couch sitzen. Wirklich, du bist da. Und jede Nacht tastet meine Hand nach links, sucht deine Seite, sucht dich. Und greift ins Leere.

Jeden Morgen wache ich auf, das Gesicht nass von Tränen, und ich frage mich ernsthaft, wie mein Herz überhaupt weiterschlagen kann, jetzt wo du nicht mehr da bist.

Ich weiß einfach nicht, wie ich ohne dich klarkommen soll. Du fehlst mir. Als mein wichtigster Berater. Du fehlst mir mit deinen liebevollen Worten. Du fehlst mir mit all dem banalen Alltagskram.

Du hast immer gesagt: Wir sind Seelenverwandte. Der Pott mit seinem Deckelchen. Und jetzt? Der Deckel ist weg und der Topf steht offen auf dem Herd. Die Welt dreht sich einfach weiter, alles geht seinen Gang, und ich sitze hier in dieser dröhnenden Stille.

Du hast mir versprochen: „Ich geh erst nach dir.“ Wir haben so oft darüber gesprochen, dass ich das andersrum nicht überlebe. Und jetzt hast du das Versprechen gebrochen. Manche Tage tun einfach nur weh. Und manche Tage sind schlichtweg unerträglich.

Bald ist Weihnachten. Die Kinder… sie sagen, du hast ihnen beigebracht, worauf es ankommt im Leben. Du wärst so stolz auf sie. Sie tragen mich. Sie versuchen alles, damit ich atmen kann. Und trotzdem will ich eigentlich nur eins: Zu dir. Aber ich harre hier aus. Ich kann es ihnen nicht antun. Und ich weiß, dir wäre es nicht recht, wenn ich dir jetzt schon folge.

Ich höre deine Stimme in meinem Kopf: „Komm Maus, steh auf! Komm aus dem Loch raus, du schaffst das!“ Aber ehrlich gesagt, Schatz: Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesmal nicht K.o. gegangen bin.

Ich fühle immer noch deinen Kopf auf meiner Hand. Genau da. Er lag in meiner Hand, als dein Atem stockte. Ich sehe diesen Moment vor meinem inneren Auge. Ich höre mich schreien, immer noch: „Bitte, tu mir das nicht an!“ Jeden Tag hoffe ich, dass das nur ein Albtraum ist. Und jeden Morgen wache ich auf und die Realität schlägt mir ins Gesicht.

Ich habe hier ein paar Videos an, nur damit ich deine Stimme hören kann. Ich schau auf das Foto von der Hochzeit. Du siehst so glücklich aus. Das Bild und das Video holen unser Leben für eine Sekunde zurück. Und immer wieder hämmert diese eine Frage in mir: Warum durften unsere großen Pläne nicht Wirklichkeit werden?

Ich liebe dich.

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